Nähzeitungen im Test: Ottobre 2/2010

von zahlenzauberin

Mein Stoffschrank platzt aus allen Nähten, ausserdem habe ich meinen Kleiderschrank mal gründlich ausgemistet, und Mittwoch habe ich meine letzte Prüfung es ist also der ideale Zeitpunkt mal zum Bahnhof zu gehen und zu schauen, was das Nähhefte Regal so hergibt. Als ich dort bin, gibt es die üblichen Leas und Sabrinas, deren Untertitel wie „Mode für die Frau von heute“ bei mir immer schon jeglichen Kaufimpuls abwürgen, den deutschen Platzhirsch burda zu der ich ein ander mal schreiben werde und dazwischen ein wenig versteckt die neue Ottobre Woman.

Ottobre Design war ursprünglich ein finnisches Nähheft für Kindermode, mittlerweile erscheint sie auch auf Deutsch sechsmal im Jahr wobei vier Hefte reine Kindermodehefte sind und zwei reine Damenmodehefte, von den Damenmodeheften erscheint jeweils eins im Frühjahr mit Klamotten für Frühjahr und Sommer und eins im Herbst mit Herbst/Winter Sachen.

Ich halte nun also das Heft für Frühjahr/Sommer 2010 in Händen, und ich muss sagen es gefällt mir bei jedem Durchblättern ein bisschen besser. Aber mal der Reihe nach.
Erst mal zur Haptik, das Heft ist aus einem relativ dicken Papier das den Eindruck erweckt als könnte es wirklich das Aushalten, was es bei mir aushalten muss, wenn ich mehr als ein Modell nachnähen will, auch der Schnittmusterbogen ist aus schön dickem Papier, das es auch mal aushält, wenn zwei Katzen mit Anlauf drüber rasen (ein Test den die burda leider nicht bestanden hat😦 ).
Ebenfalls sehr positiv ist das die Models auf den Modestrecken einen bunten Querschnitt durch alle Größen und Alter bilden, Ottobre zeigt hier, dass Ästhetik mitnichten von der Kleidergröße oder dem Alter abhängt.
Nun aber zum wichtigsten denn immerhin geht es hier um ein Schnittmusterheft, die Modelle, es sind insgesamt 20, zwei gibt es in den Größen 34-46, sieben in den Größen 34-48 und sagenhafte elf in den Größen 34-52. Die Sachen fallen besonders durch ihre Schlichtheit auf, finde ich persönlich toll, weil ich klare Schnitte einfach mag und meine Kleidung dann lieber durch ein Paar Accessoires aufpeppe oder von vornherein interessante Stoffe verarbeite. Andererseits fehlt halt der richtige Knüller.
Auf Anhieb gefallen mir besonders die beiden Hosen Nr. 10 ‚Hepburn‘, Nr. 7 ‚St Tropez‘ und das Kleid Nr. 16 ‚Loveliness‘, drei Tage später hab ich mich dann auch noch in das ‚Barbara‘ Top Nr. 14 verguckt und in meinem Schrank noch einen passenden rotweiß karierten Baumwollstoff gefunden und kann nun auch was zu den Anleitungen sagen. Die Arbeitsgänge sind sehr anschaulich beschrieben und es wird wenig Fachvokabular benutzt. Das ist ein großer Vorteil für mich weil ich Nähen nie ‚richtig‘ im Sinne eines Nähkurses gelernt habe, sondern mir alles angelesen habe und mit sehr technischen Anleitungen immer noch ein bisschen kämpfe.
Einen Wermutstropfen gibt es allerdings doch, leider sind die meisten auf Figur geschnittenen Modelle bloß bis Größe 48 da, schade, da man ja bei der Wahl der Models zeigt, dass man Mode für alle machen will.

Ansonsten ein rundum gelungenes Heft mit vielen Basics das auf jeden Fall die 7,40€ lohnt.