Mein Körper, mein Hirn und ich

von zahlenzauberin

Ich habe mich hier ja schon öfter mit meinem Körper beschäftigt, und nach dem letzten Post ist mir klar geworden wieviel meine Verhütungsmethode mit meinem Körperbild zu tun hat. Wir verhüten ja wie schon angesprochen Symptothermal, d h ich messe meine Basaltemperatur und beobachte meinen Zervixschleim. Aus diesen beiden Symptomen werden dann mit ein paar Regeln, die hier gut zusammengefasst sind, die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage bestimmt, an den fruchtbaren benutzen wir dann Kondome oder das Diaphragma. Klingt alles komplizierter als es ist😉. Und hat übrigens auch wunderbar funktioniert, wir haben drei Jahre so verhütet, uns dann dafür entschieden nicht mehr zu verhüten und ich wurde im zweiten Zyklus schwanger.
Die Methode bringt es mit sich das frau sich mit ihrem Körper und besonders mit ihrem Zyklus auseinandersetzt. Und das ist erstmal fürchterlich spannend, ich habe monatelang jeden kleinsten Mucks den mein Körper gemacht hat aufgeschrieben und versucht einzuordnen jeder Eisprung hat mich in einen Freudentaumel versetzt, auch die Menstruation vorher eher ein Übel bekam plötzlich einen ganz neuen Stellenwert, das alles waren Zeichen das mein Körper so funktioniert wie er sollte. Und ganz wichtig in dem Zusammenhang, ich war ohne Hormone wieder ein sexuelles Wesen, war ich vorher staubtrocken und konnte mich nicht mal mehr für Selbstbefriedigung begeistern, war meine Libido wieder da. Ich habe mich plötzlich als fruchtbares Wesen gefühlt und hatte eine Art „Macht“ über meine Fruchtbarkeit, die nicht dadurch kam das ich sie unterdrückte sondern das ich mich auf sie eingelassen habe(ich muss mich an dieser Stelle mal kurz bei meinem Freund bedanken, er hat mich in meinem Forscherinnendrang immer unterstützt). Plötzlich habe ich die Frauen der siebziger verstanden die mit Spekulum und Spiegel bewaffnet ihre Geschlechtsorgane sehen wollten, jenen Teil über den keiner spricht und von dem die wenigsten wissen wie er aussieht, und welcher Teil welche Funktion hat. Und von dem die meisten immer noch nicht viel mehr wissen als in den siebzigern, so ist in den meisten Grafiken zum Zyklus immer noch der Eisprung am 14. Zyklustag und der Zyklus natürlich 28 Tage lang, ja wenns so einfach wäre dann würde die Kalendermethode funktionieren.
Aber eigentlich wollte ich ja was ganz anderes schreiben, nämlich wie sich mein Bild von meinem Körper geändert hat. Mein Körper war nicht mehr ein Ding das komische Bedürfnisse hat, er ist faszinierend wie ein Uhrwerk und doch keine Maschine, er ist nicht nur dazu da mein Hirn durch die Gegend zu tragen sondern mein Hirn und er die gehören zusammen und kommunizieren miteinander. Manchmal auch ohne mich zu fragen, aber die beiden wissen schon was sie tun. Und seit ich mich darauf eingelassen habe sind wir drei ein echt gutes Team.